AWS Certified Solutions Architect – Associate (SAA-C03) — der Stoff je Prüfungsbereich.
Die Prüfung auf einen Blick
Der AWS Certified Solutions Architect – Associate ist die bekannteste
Associate-Zertifizierung. Geprüft wird nicht Wissen über einzelne Dienste, sondern die
Entwurfsentscheidung: Welche Kombination aus Diensten erfüllt die genannten Anforderungen —
und zwar sicher, robust, leistungsfähig und zu vertretbaren Kosten. Die aktuelle Fassung heißt
SAA-C03.
Fragen
65
davon 50 gewertet, 15 ungewertet
Zeit
130 Min.
rund zwei Minuten je Frage
Bestehen
720
von 1000 Punkten, skaliert
Gebühr
150 USD
gültig 3 Jahre, Testzentrum oder online
Nur auf Englisch — kein Deutsch. AWS bietet SAA-C03 in Englisch,
Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch (Brasilien), Spanisch und Chinesisch
an. Eine deutsche Fassung gibt es nicht. Deshalb lohnt es sich, hier auf Englisch zu üben;
die Lernkapitel bleiben deutsch. Wer Englisch nicht als Muttersprache hat, kann vor der Buchung
30 Minuten Verlängerung beantragen („ESL +30“).
Stand der Angaben: September 2026, laut offizieller Zertifizierungsseite und
Prüfungsleitfaden. Vor der Buchung dort noch einmal prüfen.
Die vier Bereiche und ihr Gewicht
1 · Sichere Architekturen
30 %
2 · Robuste Architekturen
26 %
3 · Leistungsfähige Architekturen
24 %
4 · Kostenoptimierte Architekturen
20 %
Die Bereiche überschneiden sich stark: Fast jede Frage beschreibt eine Architektur, und der
Bereich ergibt sich daraus, welche Eigenschaft die Frage gerade verlangt.
Wie die Fragen gebaut sind
Typisch ist ein Szenario von zwei bis vier Sätzen, gefolgt von der Frage
„Which solution meets these requirements?“. Alle vier Optionen sind technisch denkbar.
Entschieden wird über den Superlativ in der Frage:
Wenn dort steht …
… suchst du
MOST cost-effective
die billigste Lösung, die die Anforderung noch erfüllt — nicht die beste Technik
LEAST operational overhead
den verwalteten oder serverlosen Dienst, nicht die selbst gebaute Variante
mehrere AZs, bei sehr strengen Vorgaben mehrere Regionen
MINIMAL downtime / disruption
Replikation und Umschalten statt Export und Import
real time / near real time
Streaming (Kinesis) statt Batch (Glue, Athena)
Denkraster für jede Frage
Anforderungen herausschreiben. Meist sind es zwei bis drei: „ohne Verwaltungsaufwand“,
„Daten dürfen die Region nicht verlassen“, „RPO 15 Minuten“. Jede Option, die eine davon verletzt, fällt raus.
Harte Ausschlüsse zuerst. Öffentlicher S3-Bucket, Zugangsschlüssel in der Anwendung,
Datenverkehr übers Internet, wo „privat“ gefordert ist, eine einzelne AZ, wo Hochverfügbarkeit gefordert ist —
alles sofort streichen.
Verwaltet schlägt selbst gebaut. Wenn zwei Optionen dasselbe erreichen, gewinnt bei
„geringster Betriebsaufwand“ die mit weniger eigenen Servern.
Auf den Superlativ zurückkommen. Zwischen den letzten beiden entscheidet fast immer er.
Zeit im Blick. Zwei Minuten je Frage. Lange Szenarien liest man am besten von hinten:
erst die Frage, dann das Szenario.
Was vorausgesetzt wird
Etwa ein Jahr praktische Erfahrung mit AWS — oder gleichwertiges Üben in einem eigenen Konto.
Sicheres Grundwissen aus dem Cloud Practitioner: Regionen und AZs, IAM, die großen Dienste,
das Modell der geteilten Verantwortung.
Nicht geprüft werden Programmierung, Betriebssystem-Administration und das Schreiben
von CloudFormation-Vorlagen im Detail.
Lernquellen
Offizieller Prüfungsleitfaden (SAA-C03): die verbindliche Liste der Aufgabenbereiche und
der Dienste, die vorkommen können.
AWS Skill Builder: „Exam Prep“-Kurs, das kostenlose Official Practice Question Set und
die kostenpflichtige Official Practice Exam mit 65 Fragen.
AWS-Whitepaper: das Well-Architected Framework, besonders die Säulen Sicherheit,
Zuverlässigkeit und Kostenoptimierung, sowie „Disaster Recovery of Workloads on AWS“.
Generalprobe: Die Prüfungssimulation hier zieht 65 Fragen im
Gewicht der Bereiche und läuft mit 130-Minuten-Countdown.
Die häufigste richtige Antwort im ganzen Bereich: eine IAM-Rolle. Wo im Szenario
Zugangsschlüssel auftauchen, ist die Option fast immer falsch.
Wer braucht Zugriff?
Lösung
Anwendung auf EC2
Instanzprofil mit IAM-Rolle
Container auf ECS
Task-Rolle (die Ausführungsrolle ist für ECR und Logs)
Lambda-Funktion
Ausführungsrolle der Funktion
Anderes AWS-Konto
Rolle im Zielkonto mit Vertrauensrichtlinie; bei Dritten zusätzlich External ID
Mitarbeitende, viele Konten
IAM Identity Center mit dem vorhandenen Verzeichnis
Endkunden einer App
Amazon Cognito (User Pools für Anmeldung, Identity Pools für AWS-Zugriff)
Server im eigenen Rechenzentrum
IAM Roles Anywhere mit Zertifikaten
Least Privilege schlägt Komfort: lieber eine enge Richtlinie mit Bedingungen
(aws:SourceIp, aws:MultiFactorAuthPresent, s3:prefix) als ein breites Allow.
Permissions Boundary begrenzt, was ein Benutzer oder eine Rolle höchstens darf — nützlich,
wenn Teams eigene Rollen anlegen dürfen sollen.
Service Control Policies (AWS Organizations) begrenzen ganze Konten, auch deren
Administratoren — der übliche Weg für „nur diese Regionen“ oder „Protokollierung darf nicht abgeschaltet werden“.
IAM Access Analyzer findet Ressourcen, die von außerhalb des Kontos erreichbar sind, und
erzeugt aus CloudTrail-Daten passgenaue Richtlinien.
AWS Control Tower richtet eine Multi-Account-Umgebung mit Leitplanken ein.
Netz: privat, wo es privat sein soll
Anforderung
Lösung
Private Instanzen brauchen Updates aus dem Internet
NAT Gateway im öffentlichen Subnetz, je AZ eines
Zugriff auf S3 oder DynamoDB ohne Internet
Gateway-Endpunkt (kostenlos, per Routingtabelle)
Zugriff auf andere AWS-Dienste ohne Internet
Interface-Endpunkt (PrivateLink, ENI im Subnetz)
Eigenen Dienst anderen Konten privat anbieten
Endpunktdienst über PrivateLink mit NLB
Administrativer Zugang zu Instanzen
Session Manager statt Bastion Host und offenem Port 22
Einzelne IP dauerhaft aussperren
Network ACL mit Deny-Regel (Security Groups kennen kein Deny)
Security Groups verweist man aufeinander: Die Security Group der Instanzen erlaubt nur
Verkehr von der Security Group des Load Balancers, nicht von IP-Bereichen. Das ist die
Musterantwort für „nur über den Load Balancer erreichbar“.
Anwendungsschutz am Rand
AWS WAF vor CloudFront, ALB oder API Gateway: SQL-Injection, XSS, Geo-Sperren und
ratenbasierte Regeln gegen zu viele Anfragen aus einer IP.
Shield Advanced: bei geschäftskritischen Zielen, mit Response Team und Kostenschutz.
AWS Network Firewall: zustandsbehaftete Filterung des gesamten VPC-Verkehrs, inklusive
Intrusion Prevention und Domain-Listen — die Antwort, wenn „ausgehender Verkehr“ gefiltert werden soll.
Firewall Manager: dieselben Regeln über viele Konten hinweg durchsetzen.
Geheimnisse
Fall
Dienst
Datenbankpasswort, das automatisch rotieren soll
Secrets Manager (Rotation per Lambda, Integration mit RDS)
Konfigurationswert, auch verschlüsselt, ohne Rotation
EBS, RDS, EFS: per Schalter mit KMS. Eine unverschlüsselte RDS-Instanz lässt sich nicht
nachträglich verschlüsseln — Snapshot, verschlüsselte Kopie, daraus wiederherstellen.
KMS: kundenverwaltete Schlüssel erlauben eigene Schlüsselrichtlinien, jährliche automatische
Rotation und Multi-Region-Schlüssel für regionsübergreifende Replikate. CloudHSM nur, wenn
alleinige Kontrolle über das Hardwaremodul gefordert ist.
In transit: TLS am ALB oder an CloudFront terminieren; wenn „Ende zu Ende verschlüsselt“
gefordert ist, muss auch die Strecke vom Load Balancer zum Ziel HTTPS sein.
Unveränderlich aufbewahren: Versionierung plus S3 Object Lock (WORM), dazu MFA Delete.
Sehen, was passiert
Frage im Szenario
Dienst
Wer hat welche API aufgerufen?
CloudTrail — als Organisationspfad über alle Konten, mit Log File Validation
Welche Verbindungen gab es im VPC?
VPC Flow Logs
Auffälliges Verhalten erkennen
Amazon GuardDuty
Schwachstellen in EC2, Containern, Lambda
Amazon Inspector
Personenbezogene Daten in S3 finden
Amazon Macie
Befunde zusammenführen und priorisieren
AWS Security Hub
Konfiguration dauerhaft prüfen und automatisch geraderücken
AWS Config mit Remediation
Merksatz für Bereich 1: Rolle statt Schlüssel, privat statt öffentlich,
verschlüsselt statt offen, eng statt bequem. Wer die vier Reflexe hat, streicht in den meisten
Fragen zwei Optionen, bevor er nachdenkt.
Sichtbarkeitszeitraum (visibility timeout) länger als die Verarbeitungsdauer, sonst holt ein
zweiter Worker dieselbe Nachricht. Long Polling spart Anfragen und Kosten.
Skalieren statt größer kaufen
Auto Scaling Group über mehrere AZs, davor ein Load Balancer. Das ist das Standardbild
für „hochverfügbar und elastisch“.
Zielverfolgung (target tracking) auf CPU oder ALBRequestCountPerTarget für
gleichmäßige Last; geplante Skalierung für bekannte Zeiten; schrittweise Skalierung für grobe Stufen.
Health-Check-Typ ELB statt EC2, damit auch hängende Anwendungen ersetzt werden.
Lifecycle-Hooks, wenn beim Start oder Stopp noch etwas passieren muss (Daten sichern, Warmlauf).
Zustandslos bauen: Sitzungen in DynamoDB oder ElastiCache, Dateien in S3, nichts Wichtiges
auf der Instanz. Sticky Sessions sind die Notlösung, nicht die Musterantwort.
Load Balancer
Wann
Application Load Balancer
HTTP/HTTPS, Pfad- und Host-Routing, WAF davor
Network Load Balancer
TCP/UDP, sehr hohe Leistung, statische IPs, Quell-IP bleibt erhalten
Gateway Load Balancer
Appliances von Drittanbietern in den Datenpfad hängen
Hochverfügbarkeit je Schicht
Schicht
Hochverfügbar heißt
Web und App
Auto Scaling über mindestens zwei AZs hinter einem Load Balancer
RDS
Multi-AZ — synchroner Standby, automatisches Umschalten. Lesereplikat ≠ Hochverfügbarkeit, das ist Leistung.
Aurora
Speicher über drei AZs; Replikate als Failover-Ziele; Global Database für eine zweite Region
DynamoDB
von Haus aus über AZs; Global Tables für mehrere Regionen; PITR gegen Fehler
Dateien
EFS regional (mehrere AZs) statt EFS One Zone; FSx for Windows als Multi-AZ
Objekte
S3 ist in der Region redundant; Cross-Region Replication plus Versionierung für die zweite Region
NAT
ein NAT Gateway je AZ, sonst hängt bei AZ-Ausfall alles an einer Zone
Notfallwiederherstellung: RTO und RPO entscheiden
RTO = wie lange darf es dauern, RPO = wie viele Daten darf man verlieren. Die Frage
nennt meist beides; daraus folgt die Strategie.
Strategie
RTO / RPO
Was in der zweiten Region läuft
Kosten
Backup & Restore
Stunden
nur Sicherungen (AWS Backup, S3-Replikation)
am günstigsten
Pilot Light
zehn Minuten bis Stunden
Daten repliziert, Kern aus, Rest wird gestartet
gering
Warm Standby
Minuten
alles läuft, aber klein; im Ernstfall hochskalieren
mittel
Multi-Site aktiv/aktiv
nahe null
beide Regionen tragen Last
am teuersten
Route 53 schaltet mit Failover-Routing und Health Checks um; Global Accelerator tut
dasselbe auf Netzebene und in Sekunden.
AWS Backup plant Sicherungen dienstübergreifend, auch regions- und kontoübergreifend, mit
unveränderlichem Backup-Tresor.
Storage Gateway (Tape Gateway) ersetzt Bandsicherungen im eigenen Rechenzentrum.
Testen gehört dazu: Eine Wiederherstellung, die nie geprobt wurde, ist keine Strategie.
Fehler einplanen
Wiederholen mit exponentiellem Backoff und Jitter, Verarbeitung idempotent bauen —
dieselbe Nachricht darf zweimal ankommen.
Fehler eingrenzen: getrennte Warteschlangen, Zeitlimits, Circuit Breaker, damit ein
langsamer Nachbar nicht alles mitreißt.
Grenzen kennen: Service Quotas rechtzeitig erhöhen lassen — auch das ist eine Prüfungsantwort.
Merksatz für Bereich 2: Nichts Einzelnes. Zwei AZs, ein Puffer dazwischen,
Zustand außerhalb der Instanz — und für die zweite Region zuerst fragen, wie teuer Stillstand ist.
Instanzfamilien: C für Rechenlast, R und X für Arbeitsspeicher, I und D für lokale Platten,
P und G für GPUs, M als Allzweck. Graviton (Endung g) bringt oft mehr Leistung je Euro.
Placement Groups:cluster für niedrigste Latenz zwischen Knoten (HPC),
spread für wenige Instanzen, die sich keinesfalls einen Host teilen dürfen,
partition für große verteilte Systeme wie HDFS oder Cassandra.
EFA (Elastic Fabric Adapter) für MPI-Kommunikation in HPC-Clustern, Enhanced Networking als Grundlage.
Lambda: mehr Speicher bedeutet auch mehr CPU. Kaltstarts entschärft Provisioned Concurrency,
plötzliche Lastspitzen fängt reservierte Nebenläufigkeit und eine Warteschlange davor ab.
Container: ECS mit Fargate, wenn der Betrieb von Knoten stört; EKS, wenn Kubernetes
gefordert ist; AWS Batch für Stapelverarbeitung mit Warteschlange.
Die richtige Datenbank
Zugriffsmuster
Dienst
Relational, bekanntes Schema, SQL
Amazon RDS; für mehr Leistung und Verfügbarkeit Aurora
ElastiCache davor; für DynamoDB DAX (Mikrosekunden)
Beziehungen und Pfade
Amazon Neptune
MongoDB-kompatibel
Amazon DocumentDB
Analysen über große Mengen, SQL
Amazon Redshift; Ad-hoc auf S3: Athena
Volltext- und Log-Suche
Amazon OpenSearch Service
DynamoDB: Partitionsschlüssel mit hoher Streuung wählen — eine „heiße“ Partition ist die
klassische Fehlerursache. GSI für andere Abfragemuster (eigene Kapazität), LSI nur beim
Anlegen der Tabelle und mit demselben Partitionsschlüssel.
RDS:Lesereplikate nehmen Lesezugriffe ab (Anwendung muss sie ansprechen),
Multi-AZ ist Verfügbarkeit. Aurora Serverless v2 für stark schwankende Last.
ElastiCache: Redis OSS für Persistenz, Replikation und Datenstrukturen; Memcached für
einfaches, horizontal verteiltes Caching. Strategien: Lazy Loading, Write-Through, TTL.
Migration: DMS für die Daten (Full Load + CDC, geringe Ausfallzeit), Schema Conversion Tool
beim Wechsel der Engine.
Netz und Auslieferung
CloudFront für statische und dynamische Inhalte nahe am Nutzer; Ursprung S3 (mit
Origin Access Control) oder ALB. Kleine Logik am Rand: CloudFront Functions (sehr schnell,
Header und Weiterleitungen) oder Lambda@Edge (mehr Möglichkeiten, Netzzugriff).
Global Accelerator für TCP/UDP, statische Anycast-IPs und Umschalten in Sekunden —
die Antwort bei Spielen, VoIP und nicht cachebarem Verkehr.
Route 53: latenzbasiert für Geschwindigkeit, Geolocation für Rechtsvorgaben, gewichtet für
Tests, Failover für Ausfälle.
Direct Connect für gleichbleibende Bandbreite und Latenz; VPN als günstiges Backup.
Transit Gateway statt vieler VPC-Peerings.
Daten in Bewegung
Anforderung
Dienst
Echtzeit-Strom, mehrere Verbraucher, Wiederholbarkeit
Kinesis Data Streams
Strom einfach nach S3, Redshift oder OpenSearch laden
Amazon Data Firehose (ehemals Kinesis Data Firehose)
Ad-hoc-Abfragen auf Dateien in S3
Athena, Schema aus dem Glue Data Catalog
Aufbereitung und Katalog
AWS Glue
Hadoop, Spark, große Batch-Verarbeitung
Amazon EMR
Merksatz für Bereich 3: Erst das Zugriffsmuster, dann der Dienst. Lesen
skaliert man mit Caches und Replikaten, Schreiben mit Partitionierung und Warteschlangen, Latenz mit
Nähe (CloudFront, Global Accelerator, Local Zones).
Spot Instances (bis zu 90 % günstiger), für Container Fargate Spot
Kurz, selten, ereignisgesteuert
Lambda statt dauerhaft laufender Instanz
Nur zu Bürozeiten gebraucht
Instanzen per Zeitplan stoppen (Instance Scheduler, Auto Scaling)
Gleiche Arbeit, weniger Geld
Graviton-Instanzen, wenn die Software dafür verfügbar ist
Reservierungen und Savings Plans werden in AWS Organizations über die konsolidierte Rechnung
kontoübergreifend genutzt — ungenutzter Rabatt eines Kontos kommt anderen zugute.
Speicher
Lifecycle-Regeln verschieben nach Alter: Standard → Standard-IA → Glacier Instant/Flexible →
Deep Archive, und löschen am Ende. Der Klassiker für Protokolle und Archive.
Intelligent-Tiering, wenn das Zugriffsmuster unbekannt ist oder schwankt — keine Abrufgebühren,
kleine Überwachungsgebühr je Objekt.
Vorher messen: S3 Storage Lens für den Überblick, Storage Class Analysis für die Frage,
ab wann sich IA lohnt.
EBS: gp2 auf gp3 umstellen spart meist sofort; alte Snapshots in die Archivstufe
(Wiederherstellung dauert dann allerdings bis zu 72 Stunden); nicht angehängte Volumes löschen.
EFS: Lifecycle nach Infrequent Access; beim ersten Zugriff kommen die Dateien zurück.
Nicht vergessen: Versionierung ohne Lifecycle-Regel lässt alte Versionen unbegrenzt liegen —
und die kosten.
Datenbanken
Aurora Serverless v2 bei stark schwankender oder schwer vorhersagbarer Last statt einer
dauerhaft großen Instanz.
DynamoDB: On-Demand bei unregelmäßiger Last, Provisioned mit Auto Scaling bei
gleichmäßiger und vorhersagbarer Last. TTL löscht abgelaufene Einträge kostenfrei, große
Anhänge gehören nach S3 (Verweis in der Tabelle).
Reserved DB Instances für langlebige RDS-Datenbanken.
Nicht mit Kanonen: Selten abgefragte Verlaufsdaten gehören nach S3 und werden mit Athena
abgefragt — nicht in eine laufende Datenbank.
Redshift: Cluster pausieren, wenn nicht gebraucht; RA3 trennt Rechenleistung von Speicher.
Netzwerk — der stille Kostentreiber
Situation
Günstiger
Private Instanzen laden viel aus S3 über NAT
Gateway-Endpunkt für S3 — kein NAT-Datenvolumen, Endpunkt selbst kostenlos
Viel Ausgang ins Internet
CloudFront davor — günstigere Ausgangspreise und weniger Last am Ursprung
Kleine Testumgebung mit wenig Verkehr
NAT-Instanz statt NAT Gateway (mehr Aufwand, dafür billiger)
Ständiger Verkehr zwischen Rechenzentrum und AWS
Direct Connect (niedrigerer Preis je GB als Internet-Ausgang)
Chatty Anwendungen über AZs hinweg
Verkehr innerhalb einer AZ halten, wo Verfügbarkeit es zulässt
Kosten sichtbar machen
Kostenzuordnungs-Tags aktivieren und konsequent vergeben — ohne sie lässt sich nichts zuordnen.
AWS Budgets mit Warnungen, bei Bedarf mit Budget Actions, die Rechte entziehen oder Instanzen stoppen.
Cost Explorer für Auswertung und Prognose, Cost and Usage Report für die Rohdaten,
Cost Anomaly Detection für Ausreißer ohne feste Schwellen.
CloudWatch Logs nicht vergessen: Aufbewahrungsdauer setzen, Älteres nach S3.
Merksatz für Bereich 4: Die billigste Lösung ist die, die gerade noch alle
Anforderungen erfüllt. Prüfe zuerst, ob etwas ganz entfallen kann, dann die Größe, dann das
Preismodell — und rechne den Datenverkehr mit.
CloudFront, Route 53 latenzbasiert, Global Accelerator, Global Tables
„Daten müssen im Land bleiben“
Regionswahl, SCP für erlaubte Regionen, keine regionsübergreifende Replikation
„sieben Jahre aufbewahren“
Lifecycle nach Glacier Deep Archive, Object Lock für Unveränderlichkeit
„darf nie verloren gehen“
Versionierung, Replikation, AWS Backup mit Tresorsperre
„Analyse ohne Auswirkung auf die Produktion“
Lesereplikat, oder Daten nach S3 und Athena
„minimale Ausfallzeit bei der Migration“
DMS mit fortlaufender Replikation (CDC)
„wir zahlen zu viel für ungenutzte Kapazität“
Rightsizing, Auto Scaling, Serverless, Savings Plans
Bilder, die hängen bleiben
Multi-AZ ist ein Zwilling, das Lesereplikat ein Praktikant. Der Zwilling springt ein, der Praktikant nimmt Arbeit ab.
Pilot Light: Die Zündflamme brennt (Daten), der Rest des Ofens wird erst angeworfen.
Sichtbarkeitszeitraum: Die Nachricht ist beim Bearbeiter „unsichtbar“ — kommt er nicht rechtzeitig zurück, greift der Nächste zu.
Heiße Partition: Ein Kassierer für den ganzen Supermarkt. Besser streuen.
NAT Gateway: Einbahnstraße nach draußen.
Gateway-Endpunkt: Hausinterner Aufzug zu S3 — kein Weg über die Straße.
Wenn du zwischen zwei Optionen schwankst, lies die Frage noch einmal und suche das
Wort, das die beiden trennt: cost-effective, operational overhead, availability,
latency, secure. Genau dafür ist es da.