Google Cloud Certified — Cloud Digital Leader ist die Einstiegszertifizierung von Google Cloud. Sie prüft Verständnis und Einordnung, nicht Konfiguration: Wozu dient ein Dienst, welches Geschäftsproblem löst er, und welcher Weg passt zu welcher Anforderung. Es wird kein einziger Befehl verlangt.
online oder im Testzentrum
Einfach- und Mehrfachauswahl
Google veröffentlicht keine Grenze
danach Verlängerungsprüfung
Stand September 2026. Die Prüfung wird nicht auf Deutsch angeboten — abgelegt wird sie auf Englisch. Deshalb gibt es hier jede Frage in beiden Sprachen: den Stoff auf Deutsch lernen, die Formulierungen auf Englisch üben. Gebühr rund 99 USD zuzüglich Steuern; für die Verlängerung gibt es eine kürzere Prüfung.
Keine veröffentlichte Bestehensgrenze: Google nennt weder Punktzahl noch Prozentwert. Die Simulation hier rechnet mit 70 %, wie es bei vergleichbaren Prüfungen üblich ist — als Richtwert, nicht als offizielle Angabe.
Fünf Bereiche sind fast gleich schwer gewichtet. Wer einen davon auslässt, verschenkt rund ein Fünftel der Prüfung — anders als bei Prüfungen mit einem dominanten Bereich gibt es hier keinen Schwerpunkt, auf den man sich zurückziehen kann.
Digitale Transformation ist keine Technikfrage. Sie liegt erst vor, wenn sich die Arbeitsweise ändert: aus monatlicher Auswertung wird fortlaufende Auswertung, aus Bauchgefühl werden datengestützte Entscheidungen, aus Projekten von Monaten werden Versuche von Tagen. Werden vorhandene Systeme unverändert in die Cloud kopiert (das reine Verschieben, oft „Lift and Shift“ genannt), ist das eine Migration, aber noch keine Transformation.
Typische Auslöser, die in Prüfungsszenarien als Stichwort auftauchen:
Hindernisse, die dabei regelmäßig bremsen: fehlende Cloud-Kompetenz in den vorhandenen IT-Teams, eng verflochtene Altsysteme ohne saubere Schnittstellen, gewachsene Prozesse und Widerstand gegen Veränderung, unklare Vorgaben aus Regulierung und Datenschutz. Kurze Bereitstellungszeiten und eine genaue Kostenzuordnung sind dagegen Ergebnisse einer gelungenen Transformation und niemals das Hindernis — in Fragen mit dieser Formulierung sind sie die Ablenkung.
Die Kostenseite gehört zu den Auslösern und wird in eigenen Fragen geprüft:
| Modell | Was es bedeutet | Erkennungsmerkmal im Szenario |
|---|---|---|
| Public Cloud | Ressourcen eines Anbieters, geteilt über viele Kunden, über das Internet nutzbar | „alles beim Anbieter“, keine eigene Hardware mehr |
| Private Cloud | Cloud-Eigenschaften wie Selbstbedienung und Virtualisierung, aber exklusiv für eine Organisation, meist im eigenen Rechenzentrum | „nur für die eigenen Abteilungen“, keine Anbindung nach außen |
| Hybrid Cloud | eigenes Rechenzentrum und Public Cloud, miteinander verbunden | ein Teil bleibt vor Ort, ein neuer Teil läuft beim Anbieter |
| Multicloud | mehrere öffentliche Anbieter parallel | „bei mehreren Cloud-Anbietern“ — ohne Bezug zum eigenen Rechenzentrum |
Die häufigste Verwechslung ist hybrid gegen multi: Sobald das eigene Rechenzentrum beteiligt ist, ist es hybrid; sind es mehrere fremde Clouds, ist es Multicloud. Für Multicloud sprechen vor allem zwei Gründe: geringere Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und die Möglichkeit, je Aufgabe den passendsten Dienst zu wählen. Der Verwaltungsaufwand sinkt dabei nicht — er steigt, weil mehrere Plattformen betrieben und gesteuert werden müssen.
| Modell | Der Anbieter verwaltet | Der Kunde verwaltet | Beispiel |
|---|---|---|---|
| IaaS | Rechenzentrum, Hardware, Netz, Virtualisierung | Betriebssystem, Laufzeit, Anwendung, Daten, Zugriff | Compute Engine |
| PaaS | zusätzlich Betriebssystem, Patches und Laufzeitumgebung | Anwendungscode, Daten, Zugriff | App Engine, Cloud Run |
| SaaS | die komplette Anwendung samt Updates und Betrieb | Benutzerkonten, Rechte, eigene Inhalte und deren Einstufung | Google Workspace |
Das Modell der geteilten Verantwortung verschiebt sich mit dem Servicemodell: Je mehr der Anbieter übernimmt, desto weniger bleibt beim Kunden — aber nie nichts. Physische Sicherheit der Rechenzentren liegt in jedem Modell bei Google. Daten, Identitäten und Zugriffsrechte liegen in jedem Modell beim Kunden. Dazwischen entscheidet die Ebene: Sicherheitsupdates im Gastbetriebssystem einer Compute-Engine-Instanz sind Kundensache, bei App Engine oder Workspace nicht.
Wer nur Code schreiben, aber keine Server patchen will, sucht PaaS. Wer das Betriebssystem selbst kontrollieren will, sucht IaaS. Wer eine fertige Anwendung im Browser nutzt, ist bei SaaS.
Richtlinien werden von oben nach unten vererbt; eine tiefere Ebene kann zusätzlich einschränken, aber eine von oben gesetzte Vorgabe nicht aufheben. Das Rechnungskonto ist keine Hierarchieebene: Es verknüpft Projekte mit der Zahlung und vererbt keine Zugriffsrichtlinien. Ordner und Organisation nehmen selbst keine einzelnen Ressourcen auf — dafür ist ausschließlich das Projekt zuständig.
Datenresidenz gegen Datenhoheit: Datenresidenz beschreibt nur, wo Daten physisch gespeichert sind. Datenhoheit (Data Sovereignty) geht weiter: Die Daten unterliegen dem Recht des Landes, in dem sie liegen, einschließlich möglicher behördlicher Zugriffsrechte. Eine Frage nach dem Speicherort zielt auf Residenz, eine Frage nach der geltenden Rechtsordnung auf Hoheit.
Nachhaltigkeit: Googles Rechenzentren sind auf hohe Energieeffizienz ausgelegt, und der Stromverbrauch wird durch den Einkauf erneuerbarer Energie gedeckt. Die Emissionen je Arbeitslast fallen dadurch deutlich niedriger aus als in typischen firmeneigenen Serverräumen. Aussagen wie „ohne Strom aus dem öffentlichen Netz“ oder „ganz ohne Kühlung“ sind Übertreibungen und in Fragen stets falsch.
Offene Standards: Googles erklärte Position ist Portabilität. Wer Anwendungen auf offene Standards und Open-Source-Software wie Kubernetes, TensorFlow oder Apache Beam stützt, kann sie später in einer anderen Umgebung betreiben und verringert damit die Anbieterbindung (Vendor Lock-in) am stärksten. Eine Verteilung auf mehrere Projekte desselben Anbieters oder größere Maschinentypen ändert an der Bindung nichts.
| Angebot | Wofür | Abgrenzung |
|---|---|---|
| GKE Enterprise | Kubernetes-Cluster über eigenes Rechenzentrum und mehrere Clouds hinweg einheitlich verwalten und mit gemeinsamen Richtlinien steuern | Cloud Run betreibt zustandslose Container nur innerhalb von Google Cloud |
| Google Distributed Cloud | Google-Cloud-Infrastruktur und -Dienste im Rechenzentrum des Kunden oder am Netzwerkrand betreiben, wenn Daten den Standort nicht verlassen dürfen | Cloud Interconnect und Cloud VPN stellen nur eine Verbindung her; die Arbeitslast liefe weiter bei Google |
Stand September 2026: Die frühere Sammelmarke „Anthos“ wird nicht mehr verwendet. Ältere Lernmaterialien nennen für dieselben Aufgaben noch Anthos — gemeint sind heute GKE Enterprise und Google Distributed Cloud.
Skalierbarkeit ist die Fähigkeit, Kapazität überhaupt zu verändern — vertikal durch größere Maschinen, horizontal durch mehr Maschinen. Elastizität ist das automatische Hoch- und Herunterskalieren nach tatsächlichem Bedarf; sie erklärt, warum ein Nachrichtenportal Großereignisse abfängt und danach wieder auf Normallast zurückfällt, ohne dauerhaft für die Spitze zu bezahlen. Infrastruktur als Code ergänzt beides: Umgebungen entstehen aus versionierten Vorlagen statt aus Klicks in der Konsole, wodurch Test und Produktion nicht mehr auseinanderlaufen. Manuelle Checklisten leisten das nicht.
| Rolle | Verantwortung im Migrationsvorhaben |
|---|---|
| Cloud-Architekt | entwirft die Zielarchitektur der Arbeitslasten und setzt technische Vorgaben für Sicherheit und Netzwerk |
| Cloud-Ingenieur / Administrator | baut, betreibt und automatisiert die Umgebungen |
| Sicherheits- und Compliance-Verantwortliche | Richtlinien, Nachweise, regulatorische Anforderungen |
| Datenanalyst / Data Engineer | Datenflüsse und Auswertungen, die den Geschäftsnutzen erzeugen |
| Fachbereich und Geschäftsleitung | Ziele, Priorisierung, Budget; Finanz- und Personalfunktionen verantworten Rechnungsprüfung und Verträge |
Daten sind für sich genommen wertlos. Wert entsteht erst, wenn sie zusammengeführt, ausgewertet und in Entscheidungen überführt werden. Die Prüfung beschreibt dazu regelmäßig eine Organisation, die Daten zwar besitzt, aber nicht nutzt — und fragt, woran das liegt. Drei Hindernisse tauchen immer wieder auf:
Strukturierte Daten folgen einem festen Schema aus Zeilen und Spalten — Bestellungen, Konten, Stammdaten. Sie gehören in relationale Datenbanken oder ein Data Warehouse. Unstrukturierte Daten haben kein Schema — Video, Audio, Bilder, gescannte Akten, Freitext. Sie gehören als Objekte in Cloud Storage. Dazwischen liegen halbstrukturierte Daten wie JSON-Dokumente oder Ereignisse, die zwar Felder haben, deren Aufbau sich aber je Datensatz unterscheiden darf.
Der Datenlebenszyklus läuft in fünf Schritten. Prüfungsfragen beschreiben einen Zustand und fragen, welcher Schritt noch aussteht:
Cloud Storage ist der Objektspeicher: Dateien beliebiger Art liegen als Objekte in Buckets. Die Speicherklasse entscheidet über den Preis, und der Hebel ist immer die Zugriffshäufigkeit, nicht die Dateigröße. Je kälter die Klasse, desto günstiger der Speicher, desto teurer jeder Abruf — und desto länger die Mindestspeicherdauer, die auch bei früherem Löschen berechnet wird.
| Klasse | Gedacht für | Mindestspeicherdauer |
|---|---|---|
| Standard | häufiger Zugriff, laufender Betrieb, kurzlebige Zwischenergebnisse | keine |
| Nearline | etwa einmal im Monat gelesen | 30 Tage |
| Coldline | etwa einmal im Quartal gelesen | 90 Tage |
| Archive | Aufbewahrung über Jahre, praktisch nie gelesen | 365 Tage |
Die Zuordnung gelingt über einen einzigen Satz im Szenario: monatlich → Nearline, vierteljährlich → Coldline, Archivierung ohne erwarteten Zugriff → Archive. Daten, die schon nach zwei Wochen gelöscht werden, gehören trotz des niedrigen Speicherpreises in Standard: Coldline berechnet die vollen 90 Tage. Verschlüsselung im Ruhezustand erfolgt in allen Klassen automatisch und ist nie das Unterscheidungsmerkmal.
Objektlebenszyklusregeln (Object Lifecycle Management) wechseln die Klasse oder löschen Objekte automatisch nach Alter — die richtige Antwort immer dann, wenn im Szenario „geringster Verwaltungsaufwand“ steht. Ein geplantes Skript, das Objekte umkopiert, erreicht dasselbe mit mehr Aufwand und mehr Fehlern.
| Dienst | Ein Satz zur Abgrenzung |
|---|---|
| Cloud SQL | verwaltetes MySQL, PostgreSQL und SQL Server — die Antwort bei einer Migration mit möglichst wenig Änderung an der Anwendung; skaliert im Wesentlichen vertikal auf einer Instanz |
| Spanner | relational und SQL wie Cloud SQL, aber horizontal skalierend und stark konsistent über Regionen hinweg — für weltweite Transaktionssysteme ohne Kapazitätsgrenze einer Instanz |
| Bigtable | NoSQL mit breiten Spalten für sehr hohen Schreib- und Lesedurchsatz, typisch bei Zeitreihen und Sensormesswerten; kein relationales Schema, keine komplexen Abfragen |
| Firestore | Dokumentdatenbank für Web- und Mobilanwendungen, mit Offlinebetrieb und automatischer Synchronisierung, sobald das Gerät wieder online ist |
| Memorystore | verwalteter In-Memory-Speicher (Redis, Memcached) als Zwischenspeicher vor einer Datenbank — beschleunigt Lesezugriffe, ist aber keine dauerhafte Datenhaltung |
BigQuery ist das serverlose Data Warehouse: keine Infrastruktur bereitzustellen, keine Datenbankadministration, Abfragen in vertrautem SQL über sehr große Datenmengen. Es ist die Antwort, wenn verstreute oder bislang ungenutzte Bestände gemeinsam ausgewertet werden sollen — und ausdrücklich nicht die Antwort für Transaktionen eines Kassen- oder Buchungssystems.
Looker gegen Looker Studio ist eine Standardabgrenzung: Looker modelliert Kennzahlen zentral in einer Semantikschicht (LookML), sodass alle Berichte im Unternehmen dieselbe Definition von „Umsatz je Kunde“ verwenden — die Antwort bei widersprüchlichen Zahlen aus verschiedenen Abteilungen. Looker Studio ist das leichte Selbstbedienungswerkzeug: rasch ein Diagramm auf eine Datenquelle legen und den Link teilen, ohne verbindliches Modell und ohne Beteiligung der IT.
Streaming verarbeitet jedes Ereignis fortlaufend und liefert Ergebnisse in Sekunden — verlangt im Szenario durch „in Echtzeit“, „sofort melden“, „nahezu aktuell“. Batch verarbeitet gesammelte Mengen in Läufen und liefert Ergebnisse erst nach Ablauf des Intervalls; ein nächtlicher Stapellauf bleibt Batch, auch wenn er häufiger angestoßen wird.
| Dienst | Aufgabe und Abgrenzung |
|---|---|
| Pub/Sub | nimmt Ereignisse an ein Thema entgegen und stellt sie allen Abos unabhängig voneinander zu; Sender und Empfänger kennen einander nicht. Pub/Sub speichert nicht dauerhaft, aggregiert nicht und wertet nicht aus. |
| Dataflow | serverlose Pipelines auf Basis von Apache Beam — dasselbe Programmiermodell für Batch und Streaming, also nur eine Logik zu pflegen, ohne Cluster. |
| Dataproc | verwaltete Hadoop- und Spark-Cluster — die Antwort, wenn vorhandene Spark-Aufträge mit möglichst wenig Codeänderung umziehen sollen. Cluster sind zu dimensionieren. |
| Cloud Data Fusion | Datenintegration mit grafischer Oberfläche — für Teams ohne Programmierkenntnisse, die Pipelines zusammenklicken. |
| Datastream | serverlose Änderungsdatenerfassung (change data capture): repliziert laufende Änderungen aus MySQL, PostgreSQL oder Oracle nach BigQuery oder Cloud Storage, ohne das Quellsystem mit Vollabfragen zu belasten. |
Abzugrenzen sind zwei Dienste, die nur planen und steuern: Cloud Composer orchestriert Abläufe, verlangt aber in Python beschriebene Workflows; Cloud Scheduler stößt Aufgaben zeitgesteuert an. Beide verarbeiten selbst keine Daten. Das Standardmuster für Echtzeit lautet: Pub/Sub nimmt entgegen, Dataflow verarbeitet, BigQuery wertet aus.
| Form | Merkmal | Typisch in |
|---|---|---|
| Data Lake | Rohdaten in beliebigen Formaten, ohne vorab festgelegtes Schema; die Auswertung wird später entschieden | Cloud Storage |
| Data Warehouse | strukturierte, für Auswertungen aufbereitete Daten mit Schema | BigQuery |
| Transaktionsdatenbank | laufender Geschäftsbetrieb, viele kleine Schreib- und Lesevorgänge, verlässliche Transaktionen | Cloud SQL, Spanner |
| Anforderung im Szenario | Antwort |
|---|---|
| Video, Audio, Scans unverändert ablegen | Cloud Storage |
| MySQL-Anwendung umziehen, Patches und Sicherungen abgeben | Cloud SQL |
| weltweit dieselben Werte, relationale Transaktionen, keine Instanzgrenze | Spanner |
| Millionen Sensorwerte je Sekunde, Zeitreihen je Gerät lesen | Bigtable |
| mobile App mit Offlinebetrieb und automatischem Abgleich | Firestore |
| häufige Lesezugriffe zwischenspeichern | Memorystore |
| große Mengen zentral in SQL auswerten, ohne Server | BigQuery |
| Vorhersage in SQL, Daten bleiben im Warehouse | BigQuery ML |
| Dashboard antwortet zu langsam, Abfragen sollen unverändert bleiben | BI Engine |
| unternehmensweit verbindliche Kennzahlendefinition | Looker |
| rasch selbst ein Diagramm bauen und teilen | Looker Studio |
| Ereignisse an mehrere Empfänger, die der Sender nicht kennt | Pub/Sub |
| eine Pipeline-Logik für Batch und Stream, ohne Cluster | Dataflow |
| bestehende Spark- und Hadoop-Aufträge weiterbetreiben | Dataproc |
| Integration grafisch zusammenstellen, ohne Programmierung | Cloud Data Fusion |
| Datenbank laufend nach BigQuery spiegeln, Quelle schonen | Datastream |
| Katalog, Verantwortliche und Regeln über verteilte Bestände | Dataplex |
| Parquet-Dateien mit denselben Abfragen und Rechten wie Tabellen | BigLake |
| Speicherklasse nach Alter automatisch wechseln | Objektlebenszyklusregel |
Stand September 2026: Die Agent Platform (früher Vertex AI) ist der Ort für eigenes Modelltraining; BigQuery ML behält seinen Namen und bleibt die Antwort, wenn Modelle im Data Warehouse und in SQL entstehen sollen. Looker und Looker Studio sind zwei getrennte Produkte und werden es bleiben — der ähnliche Name ist die häufigste Falle dieses Bereichs.
Die Prüfung verlangt die saubere Einordnung der Begriffe ineinander — sie liegen wie Schalen umeinander, nicht nebeneinander.
| Begriff | Was gemeint ist |
|---|---|
| Künstliche Intelligenz (KI) | der Oberbegriff: Systeme, die Aufgaben übernehmen, für die sonst menschliches Urteilen nötig wäre |
| Maschinelles Lernen (ML) | der Weg dorthin, bei dem ein Modell die Muster selbst aus Daten ableitet, statt dass Menschen Regeln vorgeben |
| Deep Learning | maschinelles Lernen mit vielschichtigen neuronalen Netzen; stark bei Bild, Sprache und Text, braucht sehr viele Daten |
| Generative KI | Deep-Learning-Modelle, die neue Inhalte erzeugen — Text, Bild, Code, Ton — statt nur zu klassifizieren oder vorherzusagen |
Typische Prüfungsszene: handgeschriebene Regeln, die ständig veralten. Der Übergang zum maschinellen Lernen heißt, dass das Modell die Muster aus den historischen Daten lernt — weitere Schwellenwerte zu ergänzen bleibt regelbasierte Programmierung, ein Dashboard oder eine Datenbank ist Darstellung beziehungsweise Ablage, aber keine KI.
Die Trainingsdaten entscheiden über das Ergebnis, nicht die Rechenleistung. Vier Stichwörter der Prüfung:
| Problem | Erkennungsmerkmal im Szenario | Richtige Reaktion |
|---|---|---|
| Mangelnde Datenqualität | doppelte Datensätze, leere Pflichtfelder, veraltete Adressen aus Altsystemen | zuerst bereinigen und Qualität sichern — vor dem Training |
| Verzerrung (Bias) | Bewerbungen einer bestimmten Hochschule werden auffällig bevorzugt, weil die Historie von dort stammt | Datengrundlage repräsentativ machen und laufend auf Verzerrung prüfen |
| Überanpassung (Overfitting) | nahezu perfekt auf den Trainingsdaten, deutlich schlechter auf ungesehenen Daten | mehr und vielfältigere Daten, einfacheres Modell, getrennte Auswertungsdaten |
| Zu wenig Daten | wenige Beispiele je Kategorie | Daten sammeln oder auf ein vortrainiertes Modell ausweichen |
Mehr Rechenleistung oder mehr Trainingsdurchläufe verlängern nur den Lauf und gleichen eine schiefe Datengrundlage nicht aus. Latenz ist die Antwortzeit und sagt nichts über die Vorhersagegüte.
Von Googles Grundsätzen für verantwortungsvolle KI (Responsible AI) zählen für die Prüfung die Leitgedanken, nicht der Wortlaut: gesellschaftlicher Nutzen, Vermeidung unfairer Verzerrung, Sicherheit im Betrieb, Rechenschaftspflicht gegenüber Menschen, Datenschutz im Entwurf, wissenschaftliche Sorgfalt und Beschränkung auf zulässige Einsatzzwecke.
Die gemeinsame Plattform für KI in Google Cloud heißt Gemini Enterprise Agent Platform (früher Vertex AI), kurz Agent Platform. Sie deckt den gesamten Weg von der Idee bis zum laufenden Modell ab.
| Baustein | Wofür |
|---|---|
| Agent Studio | Oberfläche zum Entwerfen, Testen und Vergleichen von Prompts und Modellantworten, bevor eine Variante in die Anwendung geht |
| Agent Search | Suche und Assistenten auf den eigenen Dokumenten — Antworten werden auf Tarif-, Hilfe- oder Handbuchtexten gegründet, ohne Modelltraining |
| Model Garden | Katalog verfügbarer Basismodelle — Gemini, Modelle von Partnern und offene Modelle — zum Entdecken, Vergleichen und Bereitstellen |
| Feature Store | zentrale Quelle aufbereiteter Merkmale, damit Training und Vorhersage dieselben Werte verwenden und Teams nicht jeder für sich rechnen |
| Agent Platform Pipelines | ML-Abläufe — Aufbereitung, Training, Auswertung, Bereitstellung — als wiederholbaren, automatisierten Prozess; gegen vergessene Schritte bei monatlichem Nachtraining |
| AutoML | Modell aus eigenen gelabelten Daten ohne Modellcode; die Architektur entsteht automatisch |
| Managed Training | eigener Modellcode in einem gängigen Framework, auf verwalteter Infrastruktur samt GPUs — volle Kontrolle über die Architektur |
| Agent Platform Workbench | verwaltete Notebook-Umgebung für Datenanalyse und Entwicklung |
Stand September 2026: Vertex AI wurde am 22. April 2026 in Gemini Enterprise Agent Platform umbenannt; aus Vertex AI Studio wurde Agent Studio, aus Vertex AI Search wurde Agent Search, aus Vertex AI Training wurde Managed Training. Ältere Lernmaterialien und Prüfungsfragen nennen vielfach noch die alten Namen — gemeint ist derselbe Dienst. BigQuery ML, Gemini Code Assist und die vortrainierten APIs behalten ihre Bezeichnungen.
Die häufigste Entscheidungsfrage des Bereichs. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: so fertig wie möglich, so eigen wie nötig.
| Anforderung im Szenario | Richtiger Weg | Warum nicht der Nachbar |
|---|---|---|
| allgemein bekannte Objekte, Sprachen oder Stimmungen erkennen; kein Trainingsaufwand gewünscht | vortrainierte API (Vision, Speech, Translation, Natural Language, Document AI) | AutoML lohnt erst bei firmeneigenen Kategorien |
| eigene gelabelte Daten vorhanden, firmenspezifische Kategorien, keine ML-Erfahrung, kein Modellcode | AutoML auf der Agent Platform | eine allgemeine API kennt die eigenen Bauteile oder Belegarten nicht |
| eigene Modellarchitektur in einem ML-Framework, GPUs nötig, Betrieb soll verwaltet bleiben | Managed Training auf der Agent Platform | AutoML erzeugt die Architektur selbst und lässt eine eigene gerade nicht zu |
| Daten liegen bereits in BigQuery, das Team arbeitet ausschließlich mit SQL | BigQuery ML | Daten verschieben oder programmieren wäre unnötiger Umweg |
| Antworten sollen auf eigenen Dokumenten beruhen, ohne Training | Agent Search beziehungsweise Grounding | ein Modell neu zu trainieren ist dafür weder nötig noch sinnvoll |
Die vortrainierten APIs im Einzelnen — sie sind sofort aufrufbar, ohne Trainingsdaten und ohne Modellpflege:
| API | Aufgabe | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Cloud Vision API | allgemeine Objekte, Szenen und Text in Bildern erkennen | liefert nur allgemeine Labels, ordnet Text keinen Fachfeldern zu |
| Video Intelligence API | Inhalte, Szenen und Objekte in Videos erkennen | für Bewegtbild statt Einzelbild |
| Speech-to-Text | gesprochene Sprache in Text umwandeln | Eingaberichtung — braucht Audio |
| Text-to-Speech | Text hörbar ausgeben | Ausgaberichtung; eine Hotline braucht beide Richtungen |
| Cloud Translation API | Texte zwischen vielen Sprachen übersetzen | nur bei Mehrsprachigkeit, ersetzt keine der Sprach-APIs |
| Document AI | aus eingescannten Rechnungen, Formularen und Verträgen strukturierte Felder auslesen — Rechnungsnummer, Datum, Betrag | führt keinen Dialog und erkennt keine allgemeinen Bildinhalte |
| Cloud Natural Language API | Freitext analysieren: Stimmung, Entitäten, Kategorien | analysiert, übersetzt aber nicht |
Grounding bedeutet, die Antwort eines generativen Modells auf überprüfbare Quellen zu stützen, statt sie frei erzeugen zu lassen. Der übliche Weg dorthin ist Retrieval-Augmented Generation (RAG) und läuft in zwei Schritten:
Weder wird dabei ein Basismodell neu trainiert, noch werden sämtliche Dokumente bei jeder Anfrage übergeben, noch braucht es je Dokument ein eigenes Modell — das sind die typischen Falschoptionen.
Agentische KI geht einen Schritt weiter als ein antwortender Assistent: Das System zerlegt ein Ziel in Schritte, ruft dafür Werkzeuge und Fachanwendungen auf — Daten im CRM anlegen, Termine prüfen, Rückrufe auslösen — und bringt den Vorgang eigenständig zu Ende. Abzugrenzen von Business Intelligence, die vorhandene Kennzahlen aufbereitet, aber keine Vorgänge ausführt.
BigQuery ML schließlich bringt maschinelles Lernen dorthin, wo die Daten schon liegen: Modelle für Prognose, Klassifikation oder Clustering entstehen mit gewohnten SQL-Anweisungen im Data Warehouse, ohne Datenbewegung und ohne Programmierkenntnisse jenseits von SQL.
Die Prüfung fragt nach dem geschäftlichen Grund, nicht nach dem technischen. Eine Anwendung, die seit fünfzehn Jahren läuft, ist kein Argument gegen Modernisierung — teuer ist sie trotzdem:
Falsch sind dagegen zwei beliebte Behauptungen: Betriebskosten entfallen nach einer Migration nicht, sie ändern nur ihre Form — aus Abschreibung wird laufende Nutzungsabrechnung. Und Modernisierung ist kein Personalabbauprogramm; sie verschiebt Aufwand von der Wartung zur Entwicklung.
| Pfad | Was passiert | Typischer Anlass |
|---|---|---|
| Umziehen ohne Änderung (Lift and Shift) | Die Server werden so, wie sie sind, nach Compute Engine übernommen. Kein Codeeingriff. | Der Mietvertrag für das Rechenzentrum läuft in drei Monaten aus. Schnelligkeit schlägt Eleganz. |
| Anpassen (Replatforming, „move and improve“) | Der Anwendungskern bleibt, einzelne Bausteine werden gegen verwaltete Dienste getauscht — etwa die selbst betriebene Datenbank gegen Cloud SQL. | Die Anwendung soll zügig umziehen, aber die Datenbankpflege soll dabei wegfallen. |
| Neuentwickeln (Refactoring) | Die Anwendung wird zerlegt und neu gebaut — Microservices auf GKE, Dienste auf Cloud Run, Code in Cloud Run functions. | Ein einzelnes Modul ändert sich ständig und braucht zu Spitzenzeiten viel mehr Leistung als der Rest. |
Der Aufwand steigt von oben nach unten, der Nutzen ebenfalls. Unter Termindruck ist die Antwort fast immer der obere Pfad; ist im Szenario von unabhängiger Auslieferung oder getrennter Skalierung einzelner Teile die Rede, der untere. Ein vierter, oft übersehener Pfad ist das Abschalten (Retirement) von Anwendungen, die niemand mehr braucht.
Für den Umzug selbst stehen drei Dienste bereit, die in der Prüfung regelmäßig gegeneinander ausgespielt werden:
| Dienst | Aufgabe — und die Abgrenzung |
|---|---|
| Migration Center | Der Ausgangspunkt: Bestandsaufnahme aller vorhandenen Server, Bewertung der Eignung und eine Kostenschätzung für den späteren Betrieb in Google Cloud. Plant und bewertet — bewegt aber nichts. |
| Migrate to Virtual Machines | Führt den Umzug tatsächlich aus: überträgt laufende virtuelle Maschinen samt Betriebssystem nach Compute Engine und hält die Ausfallzeit beim Umschalten kurz. Kein Neuaufsetzen der Systeme, keine Gesamtplanung. |
| Database Migration Service | Für Datenbanken in verwaltete Ziele wie Cloud SQL. Überträgt den Bestand und hält Quelle und Ziel durch fortlaufende Replikation synchron, bis umgeschaltet wird — deshalb sehr kurze Ausfallzeit. |
| Storage Transfer Service | Verschiebt Objekte und Dateien nach Cloud Storage, nicht Maschinen und nicht laufende Datenbanken. |
| Dienst | Der Satz, der ihn von den Nachbarn trennt |
|---|---|
| Compute Engine | Volle Kontrolle über Betriebssystem, Kernel und Systemeinstellungen (IaaS). Die Antwort, wenn eine Altanwendung ein bestimmtes System braucht oder sich nicht in einen Container verpacken lässt. Sole-Tenant-Knoten geben exklusive Hardware, bleiben aber virtualisiert. |
| GKE — Autopilot | Kubernetes, ohne Knotenpools zu dimensionieren oder Knoten zu pflegen; abgerechnet wird nach den angeforderten Ressourcen der Arbeitslasten. Eingriffe auf Knotenebene sind eingeschränkt. |
| GKE — Standard | Dasselbe Kubernetes, aber Maschinentypen, Knotenpools und Knotenkonfiguration wählt das Team selbst und behält Zugriff auf die Knoten. Nötig, wenn Einstellungen auf Knotenebene verlangt sind. |
| Cloud Run | Verwaltete Laufzeit für ein Container-Image, ohne Cluster. Skaliert automatisch mit dem Verkehr und bis auf null — in aufrufsfreien Zeiten fallen keine Rechenkosten an. Kein Zugriff auf Betriebssystem oder Kernel des Hosts. |
| Cloud Run functions | Kurzer Code, der auf ein Ereignis reagiert — etwa eine neue Datei in einem Cloud Storage-Bucket. Geringster Betriebsaufwand für kleine, ausgelöste Aufgaben; nicht für dauerhaft laufende Dienste. |
| App Engine | Vollständig verwaltete Plattform für Anwendungen in gängigen Sprachen — weder Server noch Container zu verwalten. Besonderheit: Versionen mit schrittweiser Verkehrsaufteilung (Traffic-Splitting). |
| Bare Metal Solution | Dedizierte physische Server ohne Virtualisierungsschicht, latenzarm an Google Cloud angebunden. Für lizenzpflichtige Altanwendungen, die kein Hypervisor tragen darf. |
| Google Cloud VMware Engine | Eine vollständige VMware-Umgebung in Google Cloud: vorhandene VMs und die gewohnten vSphere-Werkzeuge laufen unverändert weiter, ohne Konvertierung und ohne neue Betriebsabläufe. |
Stand September 2026: Cloud Run functions heißt so seit der Zusammenführung mit Cloud Run; ältere Lernmaterialien nennen den Dienst noch „Cloud Functions“. Container-Images liegen in der Artifact Registry, nicht mehr in der abgelösten Container Registry.
Als Entscheidungshilfe, gelesen vom Stichwort im Szenario zur Antwort:
| Im Szenario steht … | Die Antwort |
|---|---|
| bestimmtes Betriebssystem, eigene Kernel-Einstellungen, nicht containerisierbar | Compute Engine |
| Kubernetes, aber keine Knoten pflegen, Zahlung nach angeforderten Ressourcen | GKE Autopilot |
| Kubernetes mit eigenen Maschinentypen und Zugriff auf die Knoten | GKE Standard |
| Container, stark schwankender Verkehr, keine Kosten ohne Aufrufe | Cloud Run |
| kurzer Code, ausgelöst durch ein Ereignis, minimaler Betriebsaufwand | Cloud Run functions |
| Web-Anwendung ohne Server- und Containerverwaltung, neue Version schrittweise ausrollen | App Engine |
| dedizierte physische Server ohne Virtualisierung, Lizenzauflage | Bare Metal Solution |
| bestehende VMware-Landschaft kurzfristig und unverändert weiterbetreiben | Google Cloud VMware Engine |
| Cluster im eigenen Haus, in Google Cloud und bei anderen Anbietern einheitlich steuern | GKE Enterprise |
| Google Cloud-Dienste auf Hardware am eigenen Standort, Daten dürfen nicht heraus | Google Distributed Cloud |
Container gegen virtuelle Maschine: Eine virtuelle Maschine bringt ein eigenes vollständiges Betriebssystem mit. Container teilen sich den Kernel des Hostsystems und enthalten nur die Anwendung samt ihren Abhängigkeiten. Daraus folgt alles Weitere: Container sind schlanker, starten in Sekunden statt Minuten und lassen sich dichter auf dieselbe Hardware packen. Eigene physische Server brauchen sie nicht, und gegen doppelte Arbeit im Team helfen sie auch nicht — sie lösen ein Verpackungsproblem, kein Organisationsproblem.
Monolith gegen Microservices: Im Monolithen hängt alles an einer Auslieferung — jede Änderung am kleinsten Modul erzwingt den kompletten Rollout, und skaliert wird nur das Ganze. Microservices sind unabhängig ausrollbar und einzeln skalierbar: Das Zahlungsmodul kann zur Spitzenzeit wachsen, während der Rest unverändert bleibt. Größere Maschinen lösen dieses Problem nicht; sie erhöhen nur die Gesamtleistung. Der Preis sind mehr bewegliche Teile und aufwendigere Beobachtung des Gesamtsystems.
Serverlos als Modell: Server verschwinden nicht — sie werden nur nicht mehr vom Kunden bereitgestellt, skaliert und gepflegt. Google übernimmt Bereitstellung, Skalierung und Wartung der darunterliegenden Infrastruktur, das Team verantwortet den Code. Abgerechnet wird nach tatsächlicher Nutzung, nicht nach vorgehaltener Kapazität. Serverlos in Google Cloud heißt in dieser Prüfung vor allem Cloud Run, Cloud Run functions und App Engine.
Von hybrid spricht man, wenn Arbeitslasten im eigenen Rechenzentrum und in der Cloud laufen, von Multicloud, wenn mehrere Cloud-Anbieter beteiligt sind. Die geschäftlichen Gründe, die in der Prüfung zählen:
Was dieses Modell ausdrücklich nicht bringt: einfacheren Betrieb. Mehrere Umgebungen müssen weiterhin verwaltet werden, und Lizenzkosten entfallen dabei nicht.
| Angebot | Wofür |
|---|---|
| GKE Enterprise | Verwaltet Kubernetes-Cluster im eigenen Rechenzentrum, in Google Cloud und bei anderen Anbietern mit einheitlicher Konfiguration und einheitlichen Richtlinien. Nicht zu verwechseln mit Autopilot — das ist nur eine Betriebsart eines einzelnen Clusters. |
| Google Distributed Cloud | Bringt Google Cloud-Dienste auf Hardware beim Kunden oder am Rand des Netzes. Die Antwort, wenn Daten das Gebäude nicht verlassen dürfen. Google Cloud VMware Engine erfüllt diese Auflage nicht — sie läuft in Google-Rechenzentren. |
Stand September 2026: Beide Angebote hießen früher Anthos. Ältere Fragen und Lernmaterialien verwenden noch diesen Namen.
| Hebel | Passt zu | Passt nicht zu |
|---|---|---|
| Bedarfsgesteuerte Skalierung (Autoscaling) | Verkehr mit wenigen Spitzentagen im Jahr: Kapazität wächst bei Bedarf und schrumpft danach wieder, bezahlt wird nur die tatsächliche Nutzung | gleichbleibender Dauerlast — dort spart sie nichts |
| Spot-VMs | unterbrechbaren Läufen wie nächtlicher Stapelverarbeitung; deutlich günstiger, aber ohne Zusicherung der Verfügbarkeit und jederzeit beendbar | produktiven Diensten, die ständig erreichbar sein müssen |
| Committed Use Discounts | dauerhaft gleichbleibender Grundlast: Nutzungszusage über ein oder drei Jahre gegen deutlich niedrigeren Preis | gelegentlichen oder stark schwankenden Läufen |
| Rightsizing-Empfehlungen | VMs, die nach einem Lift and Shift mit der alten Ausstattung weiterlaufen und kaum ausgelastet sind; die Empfehlung wertet die echte Auslastung aus und schlägt eine passendere Größe vor | Fällen, in denen die Anwendung selbst umgebaut werden müsste |
Die Hebel schließen sich nicht aus: Grundlast über Committed Use Discounts absichern, Spitzen über bedarfsgesteuerte Skalierung abfangen, unterbrechbare Lasten auf Spot-VMs legen und die Größen regelmäßig nach den Empfehlungen korrigieren.
Eine Schnittstelle (API) ist zunächst der Weg, auf dem Systeme miteinander sprechen. Sie wird zum Produkt, sobald ein Unternehmen sie nach außen anbietet: mit Entwicklerportal, Zugangsschlüsseln und Abrechnung nach Nutzung. Wer seine Sendungsverfolgung so bereitstellt, eröffnet eine neue Einnahmequelle — die Schnittstelle selbst ist das Verkaufte, nicht ein Nebenprodukt der Anwendung. Die rein interne Nutzung zwischen Abteilungen ist das Gegenmodell.
Apigee ist die API-Management-Plattform von Google Cloud und deckt den gesamten Lebenszyklus ab:
Abgrenzung: Cloud Armor wehrt Angriffe auf Webanwendungen ab, verwaltet aber keine Schnittstellen. Cloud CDN speichert Inhalte am Rand des Netzes zwischen. Cloud Run ist die Laufzeit, auf der die Schnittstelle ausgeführt wird — Apigee liegt davor und steuert den Zugang.
Die Fragen dieses Bereichs beginnen fast immer mit einem geschilderten Vorfall. Der erste Schritt ist das Benennen der Bedrohungsart — daraus folgt die passende Gegenmaßnahme.
| Bedrohung | Was geschieht | Was hilft |
|---|---|---|
| Phishing | gefälschte Nachrichten und nachgebaute Anmeldeseiten erbeuten Zugangsdaten | phishingresistente Anmeldung, Schulung |
| Ransomware | Daten werden verschlüsselt, für die Freigabe wird Lösegeld verlangt | Versionierung, getrennt aufbewahrte und geprüfte Sicherungen |
| Überlastungsangriff (DDoS) | ein Dienst wird aus vielen verteilten Quellen mit Anfragen geflutet | Google Cloud Armor am externen Load Balancer |
| Insider-Bedrohung | eigene Beschäftigte nutzen gültige Rechte für unerlaubte Zwecke | geringste Rechte, Protokollierung, Dienstperimeter |
| Datenexfiltration | Daten verlassen die Organisation, oft ohne Regelverstoß bei den Berechtigungen | VPC Service Controls |
Darüber liegen die drei klassischen Schutzziele. Jede Maßnahme zahlt auf genau eines davon ein, und Prüfungsfragen fragen oft, auf welches:
Die Nachvollziehbarkeit — wer hat wann was getan — gehört nicht zu den drei Zielen, wird in Antwortoptionen aber gern danebengestellt. Sie beschreibt Protokollierung, nicht Schutz.
Sicherheit in der Cloud ist nie vollständig Sache eines der beiden Beteiligten. Die Grenze verschiebt sich mit dem Betriebsmodell: Je mehr Google übernimmt, desto weniger bleibt beim Kunden.
| Modell | Google verantwortet | Die Kundschaft verantwortet |
|---|---|---|
| IaaS (Compute Engine) | Hardware, Netz, Hypervisor, Rechenzentrum | Gastbetriebssystem und dessen Updates, Anwendung, Daten, Zugriffsrechte |
| PaaS (App Engine, Cloud Run) | zusätzlich Betriebssystem und Laufzeitumgebung | Anwendungscode, Daten, Zugriffsrechte |
| SaaS (Google Workspace) | zusätzlich die Anwendung selbst | Daten, Nutzerkonten, Zugriffsrechte |
Zwei Punkte bleiben in jedem Modell beim Kunden: die Daten und die Vergabe der Zugriffsrechte. Ein Szenario mit virtuellen Maschinen, in dem nach Sicherheitsupdates des Gastbetriebssystems gefragt wird, hat deshalb immer dieselbe Antwort — das Kundenteam.
Geteiltes Schicksal (shared fate) ist Googles Erweiterung dieses Modells: Statt die Grenze nur zu benennen, unterstützt Google aktiv mit abgesicherten Standardkonfigurationen, Blueprints und Vorlagen, Empfehlungen in der Konsole sowie Absicherungs- und Risikoschutzprogrammen — und trägt das Risiko mit. Wenn eine Frage Vorlagen, Empfehlungen und Absicherung nennt, ist geteiltes Schicksal gemeint, nicht Zero Trust und nicht Defense in Depth.
Zero Trust gibt die Vorstellung auf, das Firmennetz sei vertrauenswürdig. Der Standort im Netz entscheidet nicht mehr über den Zugriff; jede einzelne Anfrage wird anhand von Identität, Gerätezustand und Kontext neu bewertet. Das Gegenmodell heißt Perimetersicherheit — Schutz allein an der Netzgrenze, innen alles offen. Ergänzend gilt das Prinzip der geringsten Rechte (least privilege): genau so viele Berechtigungen wie für die Aufgabe nötig, nicht mehr.
Identity-Aware Proxy (IAP) ist die praktische Umsetzung für Anwendungszugang. Er sitzt vor einer internen Anwendung — etwa in Cloud Run, App Engine oder hinter einem Load Balancer — und prüft jede Anfrage gegen Identität und IAM-Richtlinie. Beschäftigte kommen so ohne VPN an interne Anwendungen — die Abgrenzung zu Cloud VPN, dem netzbasierten und damit gerade nicht gemeinten Weg. Für einen öffentlichen Shop ohne Anmeldung ist IAP ungeeignet.
Cloud IAM beantwortet „wer darf was auf welcher Ressource“ mit drei Begriffen:
Es gibt drei Rollenarten: einfache Rollen (Betrachter, Bearbeiter, Inhaber) sind sehr weit und stammen aus der Frühzeit — in Prüfungsfragen praktisch nie die richtige Antwort. Vordefinierte Rollen sind pro Dienst zugeschnitten (etwa eine reine Leserolle für Protokolle) und der Normalfall. Benutzerdefinierte Rollen baut man selbst, wenn keine vordefinierte passt.
Richtlinien werden entlang der Ressourcenhierarchie nach unten vererbt: Organisation → Ordner → Projekt → Ressource. Eine Rolle, die einer Gruppe auf Ordnerebene zugewiesen wird, wirkt damit in allen Projekten und Ressourcen unterhalb dieses Ordners; eine erneute Bindung je Projekt ist nicht nötig. Weitreichende Rollen gehören deshalb nicht nach oben. Zwei Empfehlungen tauchen regelmäßig als richtige Antwort auf: Rollen an Google-Gruppen binden statt an einzelne Konten, weil Wechsel und Neuzugänge dann über die Mitgliedschaft laufen, und vordefinierte statt einfache Rollen verwenden.
Dienstkonten sind Identitäten für Anwendungen und Arbeitslasten, nicht für Menschen. Eine Anwendung auf einer Compute Engine-Instanz, die Objekte in Cloud Storage lesen soll, bekommt ein an die Instanz gebundenes Dienstkonto mit passender Leserolle und erhält darüber kurzlebige Anmeldedaten. Falsch sind stets: Nutzerzugangsdaten in der Anwendung hinterlegen, einen Dienstkontoschlüssel im Quellcode ablegen, den Bucket öffentlich lesbar machen — oder ein Dienstkonto je Person statt eines persönlichen Kontos.
Organisationsrichtlinien (Organization Policies) sind die zweite, davon unabhängige Ebene: Sie setzen Leitplanken für die Ressourcen selbst, auf Organisations-, Ordner- oder Projektebene. Die Einschränkung zulässiger Ressourcenstandorte verhindert, dass überhaupt Ressourcen außerhalb erlaubter Regionen entstehen — verbindlich für alle Projekte darunter. IAM regelt, wer etwas darf; eine Organisationsrichtlinie, was überhaupt erlaubt ist.
Mehrstufige Authentifizierung (MFA) verlangt einen zweiten Faktor neben dem Passwort, doch nicht alle Faktoren sind gleich stark: Einmalcodes per SMS oder App lassen sich abfangen und in Echtzeit weiterverwenden. Sicherheitsschlüssel wie der Titan Security Key sind phishingresistent, weil sie kryptografisch an die echte Domain gebunden sind und auf einer nachgebauten Seite nicht funktionieren — für privilegierte Konten die stärkste verfügbare Maßnahme.
Google Cloud verschlüsselt Daten im Ruhezustand standardmäßig, in allen Speicherdiensten, ohne dass die Kundschaft etwas einrichten muss. Ebenso werden Daten bei der Übertragung geschützt, insbesondere zwischen den Rechenzentren von Google. Es braucht dafür keinen angelegten Schlüssel, keine Beschränkung auf einen einzelnen Dienst und kein zusätzliches Produkt.
| Variante | Wer verwaltet den Schlüssel | Wann gewählt |
|---|---|---|
| Standardverschlüsselung | Google, vollständig automatisch | Normalfall, keine Anforderung an die Schlüsselhoheit |
| Kundenverwaltete Schlüssel (CMEK) in Cloud KMS | die Kundschaft: erzeugen, rotieren, deaktivieren | Regulierung verlangt Kontrolle über den Schlüssellebenszyklus |
| Vom Kunden bereitgestellte Schlüssel (CSEK) | die Kundschaft, Schlüssel bleibt außerhalb | Sonderfall bei sehr strengen Vorgaben |
Die Formulierung in der Frage entscheidet: Wer Schlüssel selbst erzeugen, rotieren und deaktivieren können muss, braucht Cloud KMS mit kundenverwalteten Schlüsseln. Die Standardverschlüsselung genügt dann nicht, weil dort Google die Schlüssel hält.
Secret Manager ist etwas anderes und wird oft danebengestellt: Er ist die zentrale Ablage für Geheimnisse — Datenbankpasswörter, API-Schlüssel, Zertifikate. Die Werte liegen verschlüsselt, sind versioniert, lassen sich rotieren, und der Zugriff läuft über IAM. Damit verschwinden Passwörter aus Konfigurationsdateien und Quellcode. Cloud KMS verwaltet Schlüssel, Secret Manager verwahrt Werte. Ein privater Bucket in Cloud Storage ist für beides nicht der vorgesehene Weg.
Vier Dienste in diesem Bereich lösen vier klar verschiedene Probleme und werden in Prüfungsfragen systematisch gegeneinander ausgespielt.
| Dienst | Wirkt wo | Löst welches Problem |
|---|---|---|
| Google Cloud Armor | vor dem externen Application Load Balancer, am Rand des Netzes | Überlastungsangriffe (DDoS) und Webangriffe wie SQL-Injection oder Cross-Site-Scripting abwehren |
| VPC-Firewallregeln | an der Instanz im VPC-Netzwerk | festlegen, welcher Datenverkehr eine Instanz auf welchem Port und aus welchem Quell-IP-Bereich erreichen darf |
| VPC Service Controls | als Dienstperimeter um verwaltete Dienste wie BigQuery oder Cloud Storage | Datenabfluss nach außen unterbinden, auch bei gültigen Berechtigungen |
| Private Google Access | als Einstellung des Subnetzes | Instanzen ohne externe IP-Adresse erreichen Google-Dienste über das interne Netz von Google |
Zwei Abgrenzungen lohnen sich besonders: Firewallregeln entscheiden über Netzwerkverkehr, IAM über Berechtigungen von Identitäten — eine Frage nach einem erlaubten IP-Bereich ist nie eine IAM-Frage. Und Cloud NAT ist nicht Private Google Access: NAT führt ausgehenden Verkehr über öffentliche Adressen ins Internet, Private Google Access vermeidet das öffentliche Internet gerade.
Standardmäßig blockiert das VPC-Netzwerk eingehenden Verkehr und erlaubt ausgehenden. Wer einen Verwaltungsport öffnen will, legt dafür ausdrücklich eine Eingangsregel an — eng auf den nötigen Quellbereich begrenzt.
Compliance und Datenhoheit: Google Cloud wird gegen eine große Zahl internationaler und branchenspezifischer Normen geprüft; Nachweise, Zertifikate und Prüfberichte liegen zentral im Compliance Resource Center bereit. Eine Zertifizierung der Plattform macht die darauf betriebene Anwendung aber nicht automatisch konform — die Konfiguration bleibt beim Kunden. Datenhoheit (data sovereignty) meint, dass Daten einem Rechtsraum unterliegen und dort verbleiben müssen. Assured Workloads erzwingt die nötigen Kontrollen in einer regulierten Umgebung: Datenresidenz in festgelegten Regionen und Beschränkung der Supportzugriffe auf Personal mit vorgegebenem Standort. Die bloße Wahl einer europäischen Region genügt dafür nicht.
Physische Sicherheit: Der Zutritt zu Googles Rechenzentren ist mehrfach gestaffelt und stark beschränkt — Kundenteams nehmen dort keine Hardware ab. Bis in die Hardware hinein verankert der von Google entwickelte Titan-Sicherheitschip eine Vertrauenskette: Er prüft den Startvorgang und stellt sicher, dass Server mit unveränderter Firmware anlaufen. Ausgediente Datenträger werden nach festem Verfahren gelöscht und zerstört.
Stand September 2026: Cloud DLP heißt Sensitive Data Protection und Cloud Armor firmiert als Google Cloud Armor. In älteren Lernmaterialien heißt die Zulassungsrichtlinie noch schlicht „IAM-Richtlinie“ und das Hauptkonto „Mitglied“ — gemeint ist dasselbe.
| Stichwort im Szenario | Antwort |
|---|---|
| Überflutung aus vielen Quellen, SQL-Injection, öffentliche Website | Google Cloud Armor |
| Zugriff nur aus einem bestimmten IP-Bereich, bestimmter Port | VPC-Firewallregel |
| Daten sollen den Dienst nicht verlassen, Abfluss trotz gültiger Rechte | VPC Service Controls |
| VM ohne externe IP-Adresse soll Google-Dienste erreichen | Private Google Access |
| interne Anwendung ohne VPN, Prüfung je Anfrage über Identität | Identity-Aware Proxy |
| wer darf was auf welcher Ressource | Cloud IAM mit vordefinierten Rollen |
| Anwendung braucht Zugriff, kein Mensch | Dienstkonto an die Ressource binden |
| nur EU-Regionen, verbindlich für alle Projekte | Organisationsrichtlinie für Ressourcenstandorte |
| Schlüssel selbst erzeugen, rotieren, deaktivieren | kundenverwaltete Schlüssel in Cloud KMS |
| Passwörter und API-Schlüssel aus dem Quellcode holen | Secret Manager |
| Bestand an Ressourcen, Fehlkonfigurationen, Schwachstellen | Security Command Center |
| wer hat die Berechtigung geändert, Nachweis für die Prüfung | Cloud Audit Logs (Administratoraktivität) |
| Kreditkartennummern und Namen vor Weitergabe unkenntlich machen | Sensitive Data Protection |
| Datenresidenz und eingeschränkter Supportzugriff | Assured Workloads |
| Wiederherstellbarkeit nach Verschlüsselung durch Angreifer | Objektversionierung und getrennte Sicherungen |
| phishingresistenter zweiter Faktor für privilegierte Konten | Sicherheitsschlüssel (Titan Security Key) |
Bezahlt wird nicht das Projekt, sondern das Abrechnungskonto (Cloud Billing account). Jedes Projekt ist genau einem Abrechnungskonto zugeordnet; ohne diese Zuordnung lassen sich kostenpflichtige Dienste nicht nutzen. Ein Abrechnungskonto kann viele Projekte tragen — die übliche Bauweise ist ein Konto für die Organisation und eine Aufschlüsselung darunter, nicht ein eigenes Konto je Abteilung. Getrennte Abrechnungskonten sind die Antwort nur dort, wo wirklich getrennte Rechnungen und getrennte Zahlungsverantwortung verlangt sind, etwa bei rechtlich eigenständigen Tochtergesellschaften.
| Mittel | Wozu | Wo eingerichtet |
|---|---|---|
| Budget mit Warnschwellen | benachrichtigt, sobald Ausgaben festgelegte Anteile des Betrags erreichen — etwa bei 50, 90 und 100 Prozent | im Abrechnungskonto, wahlweise für das ganze Konto, ein Projekt oder gefilterte Dienste und Labels |
| Kostenberichte und Kostenaufschlüsselung | zeigen rückblickend und laufend, welcher Dienst, welches Projekt und welches Label die Ausgaben verursacht | im Abrechnungskonto; für tiefere Auswertungen der Export nach BigQuery |
| Labels | Schlüssel-Wert-Paare an einzelnen Ressourcen — Kostenstelle, Umgebung, Anwendung — als Grundlage für die Gliederung der Berichte | an der Ressource selbst |
| Preisrechner (Pricing Calculator) | schätzt die Kosten einer geplanten Umgebung, bevor sie gebaut wird | öffentlich, ohne Konto |
| Kontingente und Limits (quotas) | begrenzen technisch, wie viel ein Projekt je Dienst und Region verbrauchen darf — Anzahl Instanzen, Anfragen je Minute | je Projekt, Erhöhung auf Antrag |
Google Cloud kennt drei Nachlassarten für Rechenleistung. Die Prüfung stellt sie regelmäßig gegeneinander, und die Unterscheidung hängt allein an zwei Fragen: Gibt es eine Zusage, und darf die Last unterbrochen werden?
| Rabattart | Zusage | Passt zu |
|---|---|---|
| Sustained Use Discounts | keine — wird automatisch gewährt und wächst mit dem Anteil des Abrechnungsmonats, in dem die Instanz läuft | Compute Engine, die ohnehin lange durchläuft, ohne dass etwas vereinbart wurde |
| Committed Use Discounts | verbindliche Mindestnutzung über ein oder drei Jahre; drei Jahre bringen den höheren Nachlass | planbare Grundlast, die rund um die Uhr gebraucht wird — der stärkste Hebel bei vorhersehbarem Bedarf |
| Spot-VMs | keine Zusage, dafür keine Verfügbarkeitsgarantie: Google kann die Instanz jederzeit beenden | fehlertolerante, unterbrechbare Lasten — Stapelverarbeitung, Rendering, Tests, die ein Neustart nicht stört |
Der Recommender wertet die tatsächliche Nutzung aus und schlägt konkrete Maßnahmen vor: ungenutzte Instanzen abschalten, überdimensionierte Maschinentypen verkleinern (rightsizing), nicht mehr angebundene Datenträger und reservierte Adressen löschen, verwaiste Projekte prüfen. Es gibt Empfehlungen auch außerhalb der Kosten, etwa zu zu weit gefassten Berechtigungen. Empfehlungen berichten — umgesetzt wird jede einzeln und bewusst.
Der zweite Hebel liegt in der Architektur, nicht im Einkauf. Wer die Last schwanken lässt, zahlt weniger:
FinOps ist keine Technik, sondern eine Arbeitsweise: Technik, Finanzen und Geschäft verantworten die Cloud-Ausgaben gemeinsam und laufend. Die Technik sieht, was eine Architekturentscheidung kostet; die Finanzabteilung sieht, wofür das Geld ausgegeben wird; der Geschäftsbereich beurteilt, ob der Nutzen den Preis rechtfertigt. Typische Prüfungsfallen sind die drei Gegenbilder: eine Obergrenze, die die Finanzabteilung allein vorgibt; ein Technikteam, das allein über Ausgaben entscheidet; und die Betrachtung der Kosten nur einmal im Jahr im Budgetprozess. Allen dreien fehlt genau das, was FinOps ausmacht — die laufende Sichtbarkeit und die geteilte Verantwortung.
DevOps löst die Trennung von Entwicklung und Betrieb auf und ersetzt seltene Großreleases durch häufige, kleine und automatisierte Auslieferungen. Die beiden Kernpraktiken, nach denen gefragt wird, sind Infrastruktur als Code — Umgebungen werden in versionierten Vorlagen beschrieben und daraus wiederholbar erzeugt statt von Hand geklickt — und die automatisierte Pipeline (CI/CD), die Bauen, Testen und Ausliefern in einem Ablauf zusammenführt. Manuelle Gremienfreigaben je Änderung und getrennte Abteilungen sind das Muster, das DevOps ablöst, nicht sein Ergebnis.
Site Reliability Engineering (SRE) ist Googles konkrete Umsetzung davon: Zuverlässigkeit wird gemessen statt behauptet, und die Messgröße steuert, wie schnell ausgeliefert wird. Vier Begriffe sind dabei sauber zu trennen — sie stehen in Prüfungsfragen regelmäßig nebeneinander:
| Begriff | Was es ist | Beispiel |
|---|---|---|
| SLI — Service Level Indicator | der gemessene Istwert, eine Kennzahl | der tatsächlich gemessene Anteil erfolgreicher Anfragen unter 300 Millisekunden |
| SLO — Service Level Objective | das intern gesetzte Ziel für diesen Indikator, ohne Vertragswirkung | 99,9 Prozent der Anfragen sollen unter 300 Millisekunden beantwortet werden |
| SLA — Service Level Agreement | die vertragliche Zusage gegenüber der Kundschaft, mit Folgen bei Verletzung — üblicherweise Gutschriften | die zugesagte Verfügbarkeit, bewusst niedriger angesetzt als das interne Ziel |
| Fehlerbudget (error budget) | die Differenz zwischen dem Ziel und vollständiger Fehlerfreiheit — der erlaubte Anteil an Fehlern im Zeitraum | bei einem Ziel von 99,9 Prozent bleiben 0,1 Prozent als Budget |
Das Fehlerbudget ist der Steuerungsmechanismus: Solange es reicht, darf zügig ausgeliefert werden. Ist es vorzeitig aufgebraucht, werden riskante Änderungen und neue Funktionen zurückgestellt, und das Team arbeitet an der Stabilität, bis der Zeitraum neu beginnt. Das Budget nachträglich zu erhöhen, Benachrichtigungen abzuschalten oder das SLA neu zu verhandeln behebt die Ursache nicht, sondern entwertet das Ziel.
Nach einem Ausfall folgt die schuldfreie Nachbetrachtung (blameless postmortem). Sie fragt, welche Bedingungen in System und Prozess den Ausfall möglich gemacht haben, und hält daraus konkrete Maßnahmen fest. Wer stattdessen eine schuldige Person benennt, erreicht nur, dass Vorfälle künftig verschwiegen werden — die Kultur ist hier der eigentliche Prüfungsinhalt. Ein weiteres SRE-Stichwort ist Toil: wiederkehrende Handgriffe ohne dauerhaften Wert, die planmäßig wegautomatisiert werden.
Die Dienste der Google Cloud Observability sind leicht zu verwechseln, weil sie alle „irgendetwas mit Überwachung“ tun. Jeder beantwortet genau eine Frage — daran hängt die Zuordnung in der Prüfung.
| Dienst | Frage, die er beantwortet |
|---|---|
| Cloud Monitoring | Wie ist die Auslastung jetzt, und wann wird ein Schwellenwert überschritten? Liefert Messwerte, Dashboards und Benachrichtigungsrichtlinien (alerting policies). |
| Cloud Logging | Was genau ist passiert, Eintrag für Eintrag? Sammelt, bewahrt auf und durchsucht Protokolle aus Diensten und Anwendungen. |
| Cloud Trace | Wo entlang des Aufrufpfads geht die Zeit verloren? Zeigt verteilte Traces über mehrere Dienste hinweg — die Antwort bei langsamen Anfragen in einer Microservice-Architektur. |
| Cloud Profiler | Welche Stelle im eigenen Programmcode verbraucht Rechenzeit und Speicher? Läuft dauerhaft und mit geringem Zusatzaufwand in der Produktion mit. |
| Error Reporting | Welche Programmfehler treten auf, wie oft, und seit wann? Gruppiert gleichartige Ausnahmen und meldet neu auftretende. |
Auf virtuellen Maschinen liefert der Ops Agent die Messwerte und Protokolle des Betriebssystems an Monitoring und Logging; verwaltete Dienste wie Cloud Run senden ihre Daten ohne Zutun. Von diesen Diensten zu unterscheiden sind zwei Nachbarn: Cloud Audit Logs beantworten „wer hat wann welche Ressource geändert“ und dienen der Nachvollziehbarkeit, nicht der Leistungsanalyse — und das Google Cloud Service Health Dashboard zeigt Störungen auf Seiten von Google, nicht im eigenen Dienst.
Verfügbarkeit entsteht durch Redundanz, und die Ebene der Redundanz muss zum erwarteten Schaden passen. Eine Verteilung auf mehrere Zonen innerhalb einer Region übersteht den Ausfall eines einzelnen Rechenzentrums. Nur eine Bereitstellung über mehrere Regionen übersteht den Ausfall einer ganzen Region. Tägliche Sicherungen in dieselbe Region und größere Maschinentypen erhöhen die Ausfallsicherheit nicht — sie stehen in Antwortoptionen gern daneben.
Zwei Kennzahlen legen fest, wie viel Aufwand gerechtfertigt ist. Sie werden regelmäßig vertauscht:
Daraus ergeben sich die Muster der Notfallwiederherstellung (disaster recovery): Sicherung und Wiederherstellung sind am günstigsten und am langsamsten; eine kleine mitlaufende Umgebung, die im Ernstfall hochskaliert wird, liegt dazwischen; zwei gleichwertige aktive Umgebungen sind am teuersten und am schnellsten. Entscheidend ist, dass die Wiederherstellung geprobt wird — eine nie getestete Sicherung ist keine Zusicherung.
Kapazitätsplanung verbindet Kosten und Zuverlässigkeit: Aus Messwerten und Wachstumsannahmen wird abgeleitet, welche Kapazität künftig nötig ist. Dabei sind auch die Kontingente zu prüfen — eine Autoskalierung, die am Kontingent der Region anschlägt, skaliert nicht weiter, auch wenn das Budget es hergäbe.
Die Supportstufen (Cloud Customer Care) werden in der Prüfung nur grob eingeordnet, nach Reaktionszeit und Betreuung:
| Stufe | Kurz |
|---|---|
| Basic | für jedes Konto enthalten: Dokumentation, Community und Fragen zur Abrechnung — kein technischer Fallsupport |
| Standard | technischer Support zu Geschäftszeiten, für Entwicklungs- und Testumgebungen |
| Enhanced | rund um die Uhr, kurze Reaktionszeiten bei kritischen Fällen — die übliche Wahl für Produktionsbetrieb |
| Premium | schnellste Reaktion, benannte technische Betreuung (Technical Account Manager) und abgestimmte Eskalation — für geschäftskritische Umgebungen |
Stand September 2026: Die Stufen heißen Basic, Standard, Enhanced und Premium. Ältere Lernmaterialien nennen noch Silver, Gold, Platinum oder „rollenbasierten Support“ — diese Bezeichnungen sind überholt.
Zum Abschluss die Zuordnung, die dieser Bereich am häufigsten verlangt:
| Frage im Betrieb | Zuständig |
|---|---|
| Was wird uns das kosten, bevor wir es bauen? | Preisrechner |
| Meldet euch, wenn dieses Projekt den Monatsbetrag überschreitet. | Budget mit Warnschwellen im Abrechnungskonto |
| Welche Abteilung verursacht welchen Anteil der Kosten? | Labels und Kostenberichte, bei Bedarf Export nach BigQuery |
| Niemand soll mehr als so viele Instanzen starten können. | Kontingent des Projekts |
| Wo verschwenden wir Geld, ohne es zu merken? | Recommender |
| Wie senken wir die Kosten planbarer Dauerlast? | Committed Use Discounts über ein oder drei Jahre |
| Wie senken wir die Kosten unterbrechbarer Stapelverarbeitung? | Spot-VMs |
| Wie senken wir die Kosten stark schwankender Last? | Autoskalierung, Umstieg auf serverlose Abrechnung |
| Ein Messwert hat den Schwellenwert überschritten. | Cloud Monitoring mit Benachrichtigungsrichtlinie |
| Warum ist genau diese Anfrage so langsam? | Cloud Trace |
| Welche Codestelle verbraucht die Rechenzeit? | Cloud Profiler |
| Welche Fehler häufen sich seit dem letzten Release? | Error Reporting |
| Was stand zum Zeitpunkt des Ausfalls im Protokoll? | Cloud Logging |
| Der Dienst muss den Ausfall einer ganzen Region überstehen. | redundante Bereitstellung über mehrere Regionen |
| Wie viel Datenverlust ist hinnehmbar? | RPO — bestimmt Sicherungsabstand und Replikation |
| Paar | Unterschied in einem Satz |
|---|---|
| Region · Zone | Region ist die Stadt (entscheidet über Latenz und Datenresidenz), Zone das einzelne Rechenzentrum darin (entscheidet über Ausfallsicherheit). |
| Datenresidenz · Datenhoheit | Wo die Daten liegen · welches Recht auf sie zugreifen darf. |
| Ordner · Projekt | Ordner bündelt Projekte und trägt gemeinsame Richtlinien, das Projekt trägt die Ressourcen und die Abrechnung. |
| Hybrid · Multicloud | Eigenes Rechenzentrum plus Cloud · mehrere Cloud-Anbieter nebeneinander. |
| GKE Enterprise · Google Distributed Cloud | Viele Cluster überall einheitlich verwalten · Google-Cloud-Dienste am eigenen Standort betreiben. |
| Cloud SQL · Spanner | Vertraute relationale Datenbank in einer Region · relational, aber weltweit verteilt und stark konsistent. |
| Bigtable · Firestore | Riesige Mengen gleichförmiger Zeilen mit hohem Durchsatz · Dokumente für Apps, mit Offlineabgleich. |
| BigQuery · Cloud SQL | Auswerten großer Mengen (analytisch) · laufender Betrieb einer Anwendung (transaktional). |
| Looker · Looker Studio | Unternehmensweites Semantikmodell mit einer verbindlichen Kennzahlendefinition · schnelle Berichte für den Einzelfall. |
| Dataflow · Dataproc | Neue Pipelines, Batch und Stream in einem Modell · vorhandene Hadoop- und Spark-Aufträge unverändert weiterbetreiben. |
| Pub/Sub · Dataflow | Nachrichten annehmen und entkoppeln · Nachrichten verarbeiten und umformen. |
| Dataplex · BigLake | Daten verwalten, katalogisieren, Qualität sichern · offene Dateiformate wie Tabellen abfragbar machen. |
| AutoML · Managed Training | Eigenes Modell ohne Programmierung aus eigenen Daten · eigener Trainingscode auf verwalteter Infrastruktur. |
| Vortrainierte API · AutoML | Allgemeine Aufgabe, sofort nutzbar (Text, Sprache, Bild) · eigene Kategorien, die nur im eigenen Geschäft vorkommen. |
| Grounding · Neutraining | Antworten an eigene Inhalte binden, ohne das Modell zu ändern · das Modell selbst mit neuen Daten anpassen. |
| Cloud Run · Cloud Run functions | Container, der auch länger laufende Dienste trägt · kurzer Code als Antwort auf ein Ereignis. |
| GKE Autopilot · GKE Standard | Google verwaltet die Knoten mit · Knoten und Maschinentypen selbst in der Hand. |
| Cloud Armor · VPC Service Controls | Angriffe von außen abwehren · Daten am Abfließen nach draußen hindern. |
| Cloud KMS · Secret Manager | Schlüssel verwalten · Passwörter, Tokens und Zugangsdaten verwalten. |
| Security Command Center · Cloud Audit Logs | Was ist gerade falsch eingestellt oder gefährdet · wer hat wann was getan. |
| Committed Use · Spot | Verpflichtung über 1 oder 3 Jahre gegen festen Rabatt · Restkapazität sehr günstig, jederzeit entziehbar. |
| Budget · Kontingent | Warnt bei Kosten, schaltet nichts ab · begrenzt tatsächlich, wie viel angelegt werden kann. |
| SLA · SLO · SLI | Versprechen mit Vertragsfolgen · eigenes internes Ziel · der gemessene Wert. |
| RPO · RTO | Wie viel Daten darf der Ausfall kosten · wie lange darf es bis zum Weiterlaufen dauern. |
| Wenn dort steht … | … dann meist |
|---|---|
| „ohne Programmierkenntnisse“, „das Fachteam soll selbst“ | AutoML, Looker Studio, BigQuery ML, fertige API |
| „in Echtzeit“, „sobald ein Ereignis eintritt“ | Pub/Sub, Dataflow im Streaming, Cloud Run functions |
| „vorhandene Spark-Aufträge“, „ohne Umschreiben“ | Dataproc, Umziehen ohne Änderung, Migrate to Virtual Machines |
| „ohne eigene Server“, „soll auf null skalieren“ | Cloud Run, Cloud Run functions, BigQuery — serverlos |
| „Daten müssen in Europa bleiben“ | Standortwahl, Organisationsrichtlinie für Ressourcenstandorte, Assured Workloads |
| „Daten dürfen das Unternehmen nicht verlassen“ | VPC Service Controls, nicht Firewall und nicht Cloud Armor |
| „wer hat das geändert?“ | Cloud Audit Logs |
| „soll niemand mit Vollzugriff arbeiten“ | vordefinierte Rolle auf der kleinsten passenden Ebene, Rechte über Gruppen |
| „planbare Dauerlast“ · „darf unterbrochen werden“ | Committed Use Discount · Spot-VMs |
| „sollen Entwickler von außen nutzen können“ | Apigee mit Entwicklerportal |